Wohin mit ausgelesenen E‑Books

· Etwa 2,6 Minuten Lesezeit

Ich liebe Bücher, und ich verlasse das Haus grundsätzlich nicht, ohne etwas zu lesen dabei zu haben. So sind dicke Wälzer und leichte Novellen unter anderem für meine Umhängetaschen-Sammlung verantwortlich. Aber auch das überquellende Bücherregal geht auf ihre Rechnung.

Mein Bücherregal (Titelbild) (full_width)

E-Books waren für mich lange Zeit kein Thema. Während im Freundeskreis schon die ersten klobigen Kindles mit in den Urlaub genommen wurden, haben mich noch immer Dead Tree Editions begleitet. Erst mit iBooks auf dem iPad habe ich auf die besondere Haptik von Papier zu verzichten gelernt. Das schöne, fast schon kitschige, skeuomorphe Design hat mir die Umgewöhnung erleichtert.

Seit letztem Oktober ist ein Kobo mini mein ständiger Begleiter. Inzwischen komme ich sehr gut ohne Papier aus und weiß besonders die Funktion zum Markieren von Textstellen zu schätzen. Da E-Books aber eben nicht greifbar sind und sich demnach nicht in einem physischen Regal aufreihen lassen, sind für mich virtuelle Bücherregale wichtiger geworden. — Ausprobiert habe ich bis jetzt Readernaut und GoodReads, mit einem kurzen Ausflug zu LovelyBooks.

Readernaut, der Minimalist

Ästhetisch ist die Plattform mein unangefochtener Favorit. Vor allem der Lesefortschritt wird sehr schön dargestellt (und auch eingegeben). Ich mag die runden Avatare, das aufgeräumte Design. Mir fehlen jedoch Möglichkeiten etwa zum Hinzufügen neuer Bücher oder zum ändern und korrigieren bereits enthaltener Titel. Das Interface ist geradezu minimalistisch und die Funktionen beschränken sich dabei auf Dokumentation des Lesefortschritts und Notizen. Die Zahl der Nutzer ist überschaubar. Freunde von mir sind keine mit dabei. Somit verkümmert die Plattform leider zum social book archive.

LovelyBooks für Liebhaber deutschsprachiger Bücher

Die Seiten von LovelyBooks sind wirklich sehr schön gemacht. Ich habe es mir vor kurzem zum ersten Mal angesehen. Es ist ein deutschsprachiges Projekt, das mich auf den ersten Blick an sich überzeugt hat. Man merkt, dass die Macher Bücher lieben. Allerdings lese ich vorwiegend englischsprachige Literatur und Titel, die in LovelyBooks so gut wie gar nicht vertreten sind.

GoodReads — das Lese- und Empfehlungsnetzwerk

Seitdem ich von Readernauts zu GoodReads gewechselt bin, hat mich noch kein anderer Service zu einem weiteren Wechsel bewegen können. Design und Nutzerführung auf GoodReads bieten noch viel Raum für Verbesserungen, um es einmal wohlwollend auszudrücken. Mir persönlich ist die Oberfläche zu kleinteilig und unübersichtlich. Das aber macht die Plattform unter der Haube und durch eine starke Community wieder wett. Ich schätze die vielen Rezensionen und die Buchvorschläge, die ich auf Basis meiner Leseinteressen bekomme. Das Motto meet your next book wird wirklich gut umgesetzt. Ich bin schon auf ein paar echte literarische Juwelen gestoßen (worden), die ich andernfalls wohl kaum gefunden hätte.

Meine Wunschplattform hätte die Möglichkeiten und Anhänger von GoodReads und ein Design, das die Ästhetik und oberflächliche Einfachheit von Readernaut mitbringt. Aber vielleicht kommt das ja auch noch.